Es gab Zeiten, da war ein Autofahrer, der etwas auf sich hielt, nicht ohne Autoatlas unterwegs – nebst geteilter Straßenkarte, Deutschland Nord und Deutschland Süd, versteht sich. Navi? Fehlanzeige. Und genau in diese Zeit sind wir heute wieder eingetaucht:
Wir waren bei der „Zeitblende 1976“ im Freilichtmuseum Kommern.
So lange geplant, so sehr herbeigesehnt – und nun ist sie selbst schon wieder Geschichte. Aber was für eine!

Was als „normales“ Oldtimertreffen begann, änderte sich ganz allmählich. Je länger der Tag dauerte, desto weniger fühlten wir uns als Besucher – und immer mehr als Teil eines großen Ganzen.

Eine echte Zeitreise, ganz persönlich: Beim Blick ins Badezimmer im Bungalow aus Kommern wurde ich schlagartig in meine eigene Kindheit zurück katapultiert. Ein sehr emotionaler Moment, mit dem ich ehrlich gesagt nicht gerechnet hatte. Und es blieb nicht bei dem einen – viele solcher Augenblicke folgten und fügten sich wie ein Puzzle zusammen.
Dann war klar: Das hier war keine gewöhnliche Ausfahrt, sondern eine wirkliche Reise durch die Zeit.

Auch Camping war ein großes Thema. Fast alle blieben über Nacht und sorgten auch am zweiten Tag für Staunen und Erinnern beim Publikum.

Auffallend viele Teilnehmer und Besucher waren im Stil der 70er gekleidet – mit viel Liebe zum Detail und passend zu ihren rollenden Schätzchen!
Dazu fetzige Musik und Tanz auf der Showbühne: Hits aus den Siebzigern, versteht sich – wer kennt sie nicht, Ilja Richters legendäre „Disco 73“!



Platz findet sich selbst ,,in der kleinsten Hütte“! Und was durfte in den 70ern niemals fehlen? Genau – der Fuchsschwanz am Bike!


Die Verpflegung: Zeitgenössisch natürlich!
Apropos – erinnert ihr euch auch noch an genau solch eine Milchbar?


Und hier: Ein alter Nougat-Wagen aus den Niederlanden, 1930 für einen fahrenden Schausteller gebaut. Heute wurden hier köstliche Backwaren angeboten. Ich hatte den absolut leckersten Streuselkuchen ever – ich schwöre!
Die Fahrt im Korso zur Präsentation an der Kappenwindmühle, hatte fast etwas Verwunschenes. Auf engen, unbefestigten Waldwegen ging es vorbei an uralten Fachwerkhäusern – ein bisschen wie in einem Märchen aus längst vergangenen Zeiten.

Dann die Präsentation der Oldtimer. Für uns Fahrer eine ungewohnte, aber sehr schöne Wertschätzung!
Mit viel Herz und einer ordentlichen Portion Mutterwitz wurden wir begrüßt und eingeladen, ein wenig über uns und unsere Schätzchen zu erzählen.



Dann war da noch die Sache mit der Hupe: Die konnte ich in der Aufregung nämlich nicht finden!

Daraufhin der Moderator in bester Laune: ,,Sie weiß nicht, wo die Hupe ist!“ Das Publikum amüsierte sich prächtig und sparte nicht mit Applaus!

Eine ziemlich staubige Angelegenheit heute 😉

Das begehrte Metallschild „ZEITBLENDE 2026“ war leider schon vergriffen. Auf meine freundliche Nachfrage bekam ich vom Veranstalter im Nachhinein ein Foto davon zur Verfügung gestellt. Dankeschön dafür!
Ein grandioses und einzigartiges Zeitreise-Fest ging für uns zu Ende.
Unser herzliches Dankeschön gilt den Organisatoren und den vielen, fleißigen Helfern vor und hinter den Kulissen. Mit ihrem großen, persönlichen Einsatz und viel Herzblut haben sie dieses besondere Erlebnis für uns alle erst möglich gemacht!
Wir freuen uns schon auf ein Wiedersehen in Kommern – bei der ZeitBlende 2027!