Der Parkplatz-Navigator staunte nicht schlecht: ,,Mann seid ihr früh!“ Gefolgt von: ,,Macht nix, schöne Autos dürfen rein!“
Recht hatte er ja, es war noch fast 1 Stunde bis zum offiziellen Einlass. Die allgemeine Verkehrslage heute Mittag war geradezu gespenstisch ruhig gewesen – so hatten wir es geschafft, heute die „Pole-Position“ zu holen 😉

Es blieb sogar noch Zeit für ein Foto – danke an Jan für den gelungenen Schnappschuss!
Wenig später rollten die nächsten Oldies an und das Gelände füllte sich schnell bis zum letzten Platz. Und dass, obwohl das Wetter heute nur von eher mäßiger Qualität war.
Stefan kam kurz nach uns an, landete also auf Rang 2 heute. Er war mit seinem bemerkenswert schönen NG gekommen.

NG Cars baute seit 1979 Autos im Stile von Vorkriegsautomobilen. Motor und Technik sind von MG, entsprechend unproblematisch gestaltet sich die Teileversorgung.
Zwischenzeitlich liebäugelte Stefan mit dem Kauf eines weiteren NG, allerdings mit einer leistungsstarken Rover-Maschine an Bord. Das Fahrzeug stand in England und war in hervorragendem Zustand. Vorsichtshalber hatte sich der schockverliebte Stefan um das Okay des deutschen TÜV-Prüfers bemüht. Als dieses endlich vorlag, war das Auto zu seinem Leidwesen schon verkauft worden. Shit happens!
Wusstet ihr schon, woran man ein originales Bentley-Emblem erkennt? Die Schwingen sehen nur auf den ersten Blick symmetrisch aus. In Wirklichkeit ist die Anzahl der Federn im rechten und linken Flügel unterschiedlich. Wieder was gelernt, wie schön!
Den Besitzer des herrlichen und extrem raren Gutbrod haben wir leider nicht kennengelernt. Stattdessen aber Harald.

Harald bewunderte gemeinsam mit uns das blaue Schmuckstück und konnte viel darüber erzählen. Er interessiert sich sehr für automobile Geschichte und technische Entwicklung.


Dann erzählte Harald uns von seinem eigenen Auto, einem Mercedes W115 220D von 1976.
Vor 30 Jahren, irgendwo in den Pyrenäen: Verkäufer war ein Lehrer, der sich zu seinem Ruhestand den Mercedes gegönnt hatte, um damit in den Wintersport-Urlaub zu fahren. Offenbar wusste der gute Mann genau, was er zu verkaufen hatte. Komplett rostfreier Zustand, ungeschweißt, wenig Kilometer. Einzige und seltene Sonderausstattung: Eine beheizbare Heckscheibe. Teurer Luxus, aber besser als sich die Finger beim Eiskratzen abzufrieren, mag er sich wohl gedacht haben!
Es folgten 3 Monate zäher Kaufverhandlungen auf Französisch, der Lehrer erwies sich als überaus schwieriger Verhandlungspartner. Doch Harald hatte sich längst in das Auto verliebt und blieb geduldig. Schließlich bekam er den Zuschlag – er muss wohl alles richtig gemacht haben!
Mitsamt geliehenem Anhänger machte er sich auf den weiten Weg in die Pyrenäen und holte sein neu erworbenes Schätzchen ab. Selbst den ursprünglichen, alten Kaufvertrag bekam er dazu. Seinen Kauf habe er nie bereut, meinte er mit leuchtenden Augen.
Ganz klar ein schwerer Fall von großer Auto-Liebe!

Und die kam nicht von ungefähr…
Geschichten schätzt Harald genauso sehr wie wir, und erzählte uns vom Auto seines Vaters.
Auch der hatte sich seinerzeit einen Mercedes 220D gegönnt. Voller Stolz wurde der Neuwagen direkt am Werk abgeholt. Das Auto wurde allerdings nicht – wie man meinen könnte – geschont. Im Gegenteil, fortan hieß es arbeiten! Der komplette Materialtransport für den anstehenden Hausbau wurde damit bewerkstelligt. Weite Fahrten in den Wintersport folgten. Mit der ganzen Familie und Skier für alle – kein Problem!
Irgendwann muss dem Vater mal jemand hinten drauf gefahren sein. So heftig, dass der Rahmen verzogen war. Das Problem wurde, nun sagen wir mal, unkonventionell gelöst: Der Mercedes ward der Länge nach aufgehangen und der „letzte Rest“ mit einer Winde gerichtet. Hat funktioniert. Wie gut, das ist nicht überliefert – Hauptsache fährt! So war das damals.

Den Besitzer des betagten Magirus haben wir leider nicht angetroffen. Unsere Freunde und Feuerwehr-Enthusiasten Nadiia, Gerrit und Max waren es jedenfalls nicht.
Auch dieser bemerkenswert schöne Alfa GTV6 stand quasi herrenlos auf dem Platz. Schade, wir hätten den Besitzer gerne kennengelernt. Aber das lässt sich vielleicht mal nachholen.

Apropos nachholen:
Aufmerksame Leser erinnern sich vielleicht noch an die „namenlose Zugmaschine“ von Harald Lichtenberg. Wir hatten ihn im Juli beim Lotus-Europa-Treffen an der Rennbahn kennengelernt.
Des Rätsels Lösung: Es ist ein Buick von 1922.

Und wir haben uns sehr gefreut, Daniela nebst Ehemann von der IG Speichenrad hier wiederzusehen. Daniela hatte heute ihren herrlichen MG dabei.

Ein Mal im Jahr organisiert sie für die IG Speichenrad die ‚Ladies-Tour‘. Und der Name ist Programm: Die Herren haben Pause und dürfen daheim bleiben. Wer weiß, vielleicht ist ja beim nächsten Mal ein Lotus dabei…

Wer genau hinschaut: Ja, es gab ein bisschen „Spritzwasser“ von oben. Das tat der guten Stimmung jedoch keinen Abbruch. Wieder einmal war es ein sehr schöner Tag hier am Campus und ein würdiger Abschluss der Saison.
Unbedingt empfehlenswert: Das kulinarische Angebot ist vom Feinsten. Selten habe ich so extrem leckere Bratwurst gegessen… und der Cappuccino erst… auch von Kuchen wie selbstgebacken habe ich gehört… 😉
Wir danken dem gesamten Orga-Team sehr herzlich für den großen Einsatz bei dieser tollen Veranstaltung.
Die entspannte Wohlfühl-Atmosphäre hier geht definitiv auf eure Kappe! 😉
Wir jedenfalls freuen uns schon sehr auf viele weitere Treffen hier.
Tschüss und auf bald ihr Lieben!











































































































